Um die Kernmarke Fiat entsteht ein internationaler Autokonzern
In Italien wurde die Fabbrica Italiana Automobili Torino (Fiat) nach der Gründung im Jahr 1899 mit ihren kleinen Modellen wie dem 1936 als „Volkswagen" präsentierten Fiat 500 Topolino innerhalb weniger Jahrzehnte zum größten Autohersteller. Über die Grenzen hinaus schaute man bei Fiat jedoch nicht erst, als es im Krisenjahr 2009 um eine Beteiligung am US-Hersteller Chrysler oder eine Übernahme von Opel ging. Kennzeichnend für die Entwicklung der Marke waren ab den 1930er Jahren die internationalen Lizenzvereinbarungen. So entstanden in Deutschland die NSU-Fiat, später in Osteuropa die Polski-Fiat und Lada, in Südeuropa die auf Fiat-Modellen basierenden Pkw von Seat. In Italien selbst erwuchs um die Kernmarke ein Konzern, der mit Lancia, Alfa Romeo, Maserati und Ferrari alle unabhängigen nationalen Hersteller aufkaufte.
Der Fiat 500 prägt die Geschichte von Fiat Obwohl Fiat ab den 1950er Jahren auch Limousinen, Kombis und Coupés bis zur oberen Mittelklasse sowie sportliche Cabriolets wie den Fiat Dino oder Fiat 124 Spider herstellte, behielten die Modelle der Kleinwagen- und Kompaktklasse die größte Bedeutung für die Auslandsmärkte. Gerade dort hatten die Italiener allerdings lange Zeit das Image, schlecht verarbeitete Autos zu bauen. Aus der daraus resultierenden wirtschaftlichen Krise führte den Hersteller ein Modell, das wie kein zweites mit dem Namen Fiat verbunden ist: der Fiat 500. Mit dem 2007 vorgestellten Retromodell knüpften die Turiner an die Erfolge des zwischen 1957 und 1975 produzierten Kleinwagens Fiat Nuova 500 an. Dessen Fans haben sich in Deutschland in über zwei Dutzend Clubs zusammengefunden, in denen wie im Fiat Topolino Club die Erinnerung an die Ursprungsmodelle aufrechterhalten wird.
Limousinen und Kombis von Fiat Neben dem Fiat 500 und seiner Sportausführung Abarth 500 boten die Italiener mit dem Fiat Seicento und dem Fiat Panda zwei weitere Modelle in der Kleinstwagenklasse an. Bei den Kleinwagen löste der Fiat Punto 1993 den Fiat Uno ab. Im Jahr 2005 kam die Nachfolgegeneration Grande Punto heraus. Mit dem Fiat Palio stand zudem ein kleiner Kombi im Programm, der unter dem Namen Siena und Albea auch als Stufenheck-Limousine angeboten wurde. In der Kompaktklasse folgte auf die Fiat Ritmo, Tipo und Stilo die 1995 erstmals vorgestellte Baureihe Fiat Bravo, die 2007 als Schrägheck-Limousine neu aufgelegt wurde. In der Mittelklasse war der Hersteller mit Limousinen und Kombis der Fahrzeugserien Fiat Linea und Croma vertreten.
Cabriolets, Coupés, Vans und Kleintransporter von Fiat Die letzten sportlich geschnittenen Modelle zeigte Fiat mit dem Cabriolet Fiat Barchetta 2005 und dem im Jahr 2000 eingestellten Fiat Coupé. Im Segment der Vans wurden der Fiat Multipla, Idea und Ulysse angeboten. Als Crossover zwischen Sport Utility Vehicle und Kompaktvan präsentierte der Hersteller im Baujahr 2006 den Fiat Sedici. Außerdem standen die Hochdachkombis Fiat Doblo und Fiorino sowie die Kleintransporter Scudo und Ducato im Programm.